Anlauf- und Beratungsstellen Extremismus in Österreich:

Wer Radikalisierungstendenzen beobachtet, ist oft verunsichert und ratlos, ob die Sorge auch wirklich berechtigt ist. Österreich bietet eine Reihe von Anlaufstellen, die Information, kompetente Einschätzung aber auch Unterstützung leisten. 

Hier können Fragen zum Thema politische und religiöse Extremismen gestellt werden. Die Mitarbeiter*innen helfen, wenn Angehörige, Sozialarbeiter*innen, Lehrer*innen oder andere Bezugsgruppen sich Sorgen über einen Menschen im Umfeld machen.  https://www.beratungsstelleextremismus.at/

Beistand und Beratung von Betroffenen von antimuslimischem Rassismus. Zusätzlich dazu werden auch Zeug*innen von antimuslimischem Rassismus beraten, auch in Hinblick auf weitere Handlungsmöglichkeiten. https://dokustelle.at/empowerment/beratung

Bridgers – Botschafter*innen gegen Radikalisierung und für Inklusion, Demokratie, Gemeinschaft und Respekt: Ziel ist es, Radikalisierung und Segregation von jungen Menschen aus Drittstaaten entgegenzuwirken und den Medienkonsum kritisch zu hinterfragen. Der Fokus liegt auf Jugendlichen und jungen Menschen zwischen 14 und 30 Jahren. Im Rahmen von Workshops zu Medien- und Informationskompetenz in Wien und Niederösterreich werden die Teilnehmenden zum Thema Radikalisierung, Extremismus, Mis-/Desinformation und AI sensibilisiert. https://www.caritas-wien.at/hilfe-angebote/asyl-integration/miteinander/aktuelle-projekte/bridgers

Extremismusprävention im Staatsschutz:

Das Bundesministerium für Inneres bietet eine Meldestelle für Extremismus und Terrorismus (stopextremists@dsn.gv.at) zur Meldung solcher Inhalte. Ebenso gibt es eine Meldestelle für NS-Wiederbetätigung( ns-meldestelle@dsn.gv.at).  Die Bundesstelle bietet auch Sensibilisierungsvorträge für Erwachsene. Es geht darum Radikalisierungsprozesse zu begreifen und rechtzeitiges Erkennen zu ermöglichen. staatsschutzpraevention@dsn.gv. 

Bundesstelle für Sektenfragen:

Diese Bundesstelle bietet Information, Beratung in Zusammenhang mit „sogenannten Sekten“ und Weltanschauungsfragen. Das dahinterstehende Team setzt sich aus Expert*innen der dafür relevanten Bereiche (Psychologie, Psychotherapie, Sozialarbeit, Theologie, Politikwissenschaft sowie Publizistik- und Kommunikationswissenschaft) zusammen. Die Einrichtung bietet eine weltanschaulich-neutrale Haltung und ist auch konfessionell ungebunden. 2025 leistete die Bundesstelle auch Online Monitoring und Reports zu verschwörungstheoretischen Milieus. https://bundesstelle-sektenfragen.at/

DERAD – Extremismusprävention, Dialog und Demokratie

Der Verein DERAD arbeitet mit dem Bundesministerium für Justiz zusammen:  Prävention von religiös begründetem politischem Extremismus und auch anderen Formen des Extremismus und Terrorismus, Dialog und Demokratie steht im Zentrum der Arbeit des 2015 gegründeten Vereins. Er besteht aus Wissenschafter*innen und Praktiker*innen. Der Verein informiert und berät Privatpersonen, Rechtsanwälte sowie Institutionen. Aufklärungsarbeit passiert auch in Workshops. https://www.derad.at/ 

Extremismus.Info: Website, die wissenschaftliche Erkenntnisse zum Thema Extremismus für die breite Masse verfügbar macht. Der dahinterstehende Verein SCENOR verfügt über ein Expert*innennetzwerk in Österreich und international zum Thema Extremismus, politische Gewalt und Prävention. Auch die „Arbeitsgemeinschaft Jugendfreizeitstätten Baden-Württemberg“ sowie das Bundesweite „Netzwerk für Offene Jugendarbeit (bOJA)“ wirken bei der Bereitstellung von Information und an der Präventionsarbeit mit. https://www.extremismus.info/ueber-uns

IGGÖ: Kontaktstelle für Extremismusprävention und Deradikalisierung zum Thema Islamismus. Dient als Anlaufstelle für Eltern, Lehrer*innen, Freund*innen oder Bezugspersonen, die Beratung und Bewertung zu Situationen, Gruppen, Symbolen benötigen. Die Organisation handelt laut Eigendarstellung authentisch aus der islamischen Gesellschaft heraus. Ziel ist es ein kollektives Bewusstsein für die Thematik Extremismus zu schaffen und mit Multiplikator*innen innerhalb der muslimischen Communities zu arbeiten. https://www.derislam.at/kontaktstelle-fuer-extremismuspraevention-und-deradikalisierung

Hotline gegen Diskriminierung und Intoleranz

Das Bundeskanzleramt bietet eine Telefonberatung für Betroffene von Diskriminierung aufgrund der ethnischen Zugehörigkeit oder Religion. https://www.bundeskanzleramt.gv.at/service/hotline-gegen-diskriminierung-und-intoleranz.html

LIKRAT _ Lass uns reden!: Dialogprojekt mit dem Ziel Brücken zwischen Jugendlichen jüdischen und nicht jüdischen Glaubens zu bauen. Dabei werden jüdische Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren professionell zu den Themen Religion, Israel, jüdische Geschichte, Shoah, Rhetorik, Kommunikation und Gruppendynamik ausgebildet. Ausgestattet mit diesem Wissen führen die fertig ausgebildeten Likratinas und Likratinos mit gleichaltrigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Schulen einen offenen Dialog über antisemitische Stereotype. https://www.ikg-wien.at/Likrat

Das Mauthausen Komitee

Das Mauthausen Komitee Österreich leistet eine systematische Dokumentation von Meldungen rechtsextremer Vorfälle. Gegebenenfalls wird durch das Komitee auch Anzeige erstattet. https://www.rechtsextrem.at/rechtsextremismus-melden 

Österreichischer Integrations Fonds (ÖIF): Der ÖIF bietet Seminare von Expert*innen, die helfen Gründe für Radikalisierung zu verstehen, Narrative zu wissen und Zeichen zu erkennen. Auch die Frage, was man dagegen tun kann, wird bearbeitet. https://www.integrationsfonds.at/zielgruppen/multiplikatorinnen/detail/gewalt-und-radikalisierung-erkennen-und-entgegenwirken-25037/

RE#work

RE#work bietet Extremismusprävention für die Zielgruppe Jugendliche von speziell ausgebildeten Präventionsbediensteten der Polizei. Das Bundesministerium für Inneres bietet Workshops im Rahmen des schulischen Unterrichts für Jugendliche. Um alle im System handelnden Personen zu erfassen, gibt es auch ein Begleitmodul für Eltern und Pädagog*innen. https://www.dsn.gv.at/217/files/321_2025_Folder_DINlang_Praeventionsprogramm_V20250819_Web_bf.pdf

Rat auf Draht: Telefonberatung, Chat-Beratung und Peer to Peer Beratung für Jugendliche wie Eltern in Lebenskrisen. https://www.rataufdraht.at/themenubersicht/gewalt/das-phanomen-der-radikalisierung

turn – Verein für Gewalt- und Extremismusprävention: Stellt Onlineformate bereit, die Propaganda von völkisch-nationalistischen, jihadistisch-islamistisch geprägten Bewegungen und patriarchalen Strukturen in Frage stellen. Offline wird den Radikalisierungstendenzen durch niederschwellige Projekte und sozialarbeiterische Angebote etwas entgegengesetzt. https://www.turnprevention.com/

Beratungsstelle gegen Hass (im Netz) und Rassismus, die anonyme Hilfe und Unterstützung bietet. Einmal jährlich erscheint der Rassismus Report. Auch Trainingskonzepte, offene Workshops und Vorträge zur Prävention werden angeboten. https://zara.or.at/de

Anlauf- und Beratungsstellen in NÖ:

Caritas Männerberatung:

Männer und Burschen ab 14 Jahren, die Hilfe suchen, werden hier beraten. Die Einrichtung bietet einen sicheren und vertraulichen Raum um über belastende Themen in allen Lebenslagen und Lebensbereichen zu reden. https://www.caritas-stpoelten.at/hilfe-angebote/kinder-familie/familienberatung-psychotherapie/maennerberatung/ 

Anlaufstelle Gewaltprävention NÖ: Website, die Information und Anlaufstellen zum Thema Gewaltprävention in NÖ (und auch Wien) bündelt. Hier finden auch  Lehrer*innen in Niederösterreich  Informationen zu Workshops und Beratungsangeboten in NÖ.  https://www.gewaltpraevention-noe.at/

projektXchange ist ein Projekt des „Österreichischen Roten Kreuzes“ im Bereich Migration und Integration. Ehrenamtliche Mitarbeiter*innen besuchen Schulklassen und Jugendgruppen in Österreich. Themen wie Toleranz und Vorurteile, Miteinander leben, Kulturen und Identitäten, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, Diskriminierung und Flucht werden aus diesen persönlichen Geschichten vermittelt. https://blog.projektxchange.at/

WAGGON: Anlaufstelle für Jugendliche in Mödling. Dort kann freiwillig, anonym über alle Themen, auch Fragen des Extremismus oder Sucht gesprochen werden. Auch Lehrer*innen, Angehörige und Bezugspersonen, die Rat suchen, werden beraten und unterstützt.  https://www.vereintender.at/waggon/