Digital.Radikal?!

Radikalisierung und Hass im Netz

Im Zuge des Forschungsvorhabens werden Radikalisierungstendenzen auf Social Media unter Berücksichtigung von technologischen, medienwissenschaftlichen und gesellschaftlichen Perspektiven untersucht.

Hintergrund

Radikalisierung zerstört nicht nur das Leben einzelner Menschen und deren Zukunft, sondern stellt insbesondere demokratische Gesellschaften vor große Herausforderungen. Die dahinterliegenden Strategien treten in vielen Formen auf und sind hochkomplex. Zahlreiche Faktoren im Netz, aber auch abseits der digitalen Welten spielen hier eine Rolle. Um all das zu verstehen, müssen die unterschiedlichen Dynamiken und ihre Wechselwirkungen gemeinsam betrachtet werden. Genau deshalb setzt Digital.Radikal?! auf einen interdisziplinären Ansatz, der technologische, medienwissenschaftliche und gesellschaftliche Perspektiven verbindet.

Forschungsfragen

  • Welche problematischen (extremistischen) Metanarrative (also wiederkehrende Erzählmuster) kursieren auf Social-Media-Plattformen und welche davon sind besonders relevant für Niederösterreich?
  • Welche algorithmischen Mechanismen beeinflussen Sichtbarkeit und Verbreitung solcher Inhalte? Gibt es Hinweise auf Unterschiede in der Empfehlungslogik in Bezug auf regionale Sprache, Interessen oder Nutzungsmuster niederösterreichischer Jugendlicher?
  • Welche co-kreativen Formate (Participatory Design) eignen sich, um präventive Maßnahmen zu entwickeln? Auf welche Weise lassen sich Schulen, Jugendzentren und andere Organisationen in NÖ einbinden? Wie lässt sich das Bewusstsein für Radikalisierungsmechanismen bei Jugendlichen in NÖ schärfen?
  • Wie können Plattformen wie z.B. TikTok als Partner in Forschung und Prävention eingebunden werden?

Methodik

Im Zuge des Projekts werden technologische, medienwissenschaftliche und gestaltungsorientierte Perspektiven zusammengeführt. Daraus entsteht ein vielseitiger Methodenmix mit folgenden Schlüsselelementen: 

  • Workshops mit Schüler*innen und Studierenden
    • Durch den intensiven Austausch mit diversen Altersgruppen sollen vielseitige Ideen zur Prävention erarbeitet werden
  • Technisches Setup für die algorithmische Beobachtung
    • Hierbei wird versucht, die Aktivität von Social Media Nutzer*innen zu imitieren, um die Empfehlungslogik der Plattformen zu untersuchen bzw. nachvollziehen zu können
  • Literatur- und Best-Practice-Analyse
  • Veranstaltung mit Fachexpert*innen
  • Datenschutz & Ethikkonzept

Erwartete Ergebnisse

Erwartet wird ein umfassender Einblick in Radikalisierungsprozesse und das Zusammenspiel der einzelnen Einflussfaktoren. Durch den interdisziplinären Zugang entstehen besonders umfangreiche und belastbare Erkenntnisse, die sich in konkrete Präventionsmaßnahmen übersetzen lassen. Der besondere Fokus auf junge Menschen in Niederösterreich ist dadurch gegeben, dass Schüler*innen und Studierende konsequent und aktiv in das Projekt miteinbezogen werden – beispielsweise durch Workshops oder andere Austauschformate. Dieser direkte Einblick unterstreicht die Praxistauglichkeit der Ergebnisse zusätzlich und liefert wertvolles Verständnis für ihre Lebenswelten.

Weitere Vorhaben

Ein erfolgreicher Projektabschluss ermöglicht eine Ausweitung auf nationale, internationale oder globale Ebene. In weiterer Folge können die Ergebnisse mit jenen aus anderen Regionen verglichen werden, um daraus neue Erkenntnisse rund um Radikalisierungsthemen zu gewinnen.

Das Team

Dipl.-Ing. Dr. Lukas Daniel
Klausner BSc

Rolle: Projektleitung

FH-Prof. Mag. (FH) Dr. Johanna
Grüblbauer

Rolle: Mitarbeiterin

Mag. Dr. Gabriele Falböck

Rolle: Mitarbeiterin

FH-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Franz
Fidler

Rolle: Mitarbeiter

Dipl.-Ing. Tobias Kietreiber

Rolle: Mitarbeiter

Felix Krejca BA, BSc

Rolle: Mitarbeiter

Genia Mayerböck BA

Rolle: Mitarbeiterin

Rohat Bahcetepe

Rolle: Mitarbeiter

Dipl.-Ing. Dr. Sebastian
Neumaier BSc

Rolle: Mitarbeiter

Mag. Dr. Michael Fischer MSc
(FH Wiener Neustadt)

Rolle: Externer Mitarbeiter

Bettina Pospisil BA MA (UWK)

Rolle: Externe Mitarbeiterin

Assoz. Prof. Mag. Walter Seböck
MAS MSc (UWK)

Rolle: Externer Mitarbeiter